Informelles Lernen
„Das beste Training liegt immer noch im selbständigen
Machen."
Cyril Northcote Parkinson
(1909-93), brit. Historiker u. Publizist
An der treib.stoff - Akademie können junge Freiwillige
Trainings in Projektmanagement besuchen und anhand ihrer eigenen Projekte beim
selbständigen Machen lernen. Diese Lernform wird auch „informelles“ Lernen
genannt.
Lernen geschieht nicht nur geplant und beabsichtigt
innerhalb von Bildungsinstitutionen sondern auch nebenbei in der Freizeit. Einer
Schätzung der UNESCO zufolge umfasst dieses sogenannte informelle Lernen um 70%
aller menschlichen Lernprozesse (Faure, 1972). Nach Schaub (2005) unterscheidet
sich das informelle (ungeplant, ausserhalb von Schule oder beruflicher
Weiterbildung und unbewusst) vom formellen Lernen (beabsichtigt, organisiert, innerhalb
von Schule, Hoch- oder Berufsschule oder beruflicher Weiterbildung und bewusst
gesteuert) insbesondere dadurch, dass es von den individuellen Interessen gesteuert
ist.
Ein besonderer Kontext von informellem Lernen ist der des
freiwilligen Engagements. Zunehmend engagieren sich Jugendliche und junge
Erwachsene nicht mehr innerhalb von etablierten Institutionen, sondern
individuell, kurzfristig, ihren eigenen Interessen folgend (Krettenauer &
Gudulas, 2003). Bei diesen selbstinitiierten Tätigkeiten eignen sich die jungen
Freiwilligen Wissen und Fertigkeiten an, die sie in ihrer Ausbildung nicht erlernen,
ihnen aber in ihrer beruflichen und privaten Zukunft von Nutzen sein können.
treib.stoff unterstützt junge Freiwillige in ihrem
Engagement und begleitet und fördert ihren Lernprozess. Mit dem treib.stoff
Zertifikat wird das informelle Lernen im eigenen Projekt zudem anerkannt und
kann nicht zuletzt gegenüber Arbeit- oder Geldgebern/innen ausgewiesen werden. Die
Zertifizierung von informellem Lernen an der treib.stoff Akademie reiht sich in
die aktuellen Bestrebungen der OECD um die Anerkennung informellen Lernens ein:
„Es geht dabei um die Ermöglichung eigenverantwortlicher Lebensgestaltung und
die Initiierung gesellschaftlicher Teilhabe ebenso wie um die Stärkung des Wirtschaftsraums
und die Verbesserung von Chancengleichheit sowie den Umgang mit dem demografischen
Wandel.“, (Seidel und Kollegen, 2008).
Faure, E. , Herrera, F: Kaddoura, A.-R., Lopes, H., Petrovsky, A. V.
& Ward, F. Ch. (1972). Learning to Be: The World of
Education Today and Tomorrow. Paris: UNESCO.
Krettenauer,
T. & Gudulas, N. (2003). Motive für einen Freiwilligendienst und die Identitätsentwicklung
im späten Jugendalter: Eine empirische Untersuchung zur Lebenslaufcharakteristik
"neuen sozialen Engagements"'. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie
und Pädagogische Psychologie, 35 (4), 221-228.
Schaub,
G. (2005). Der Stellenwert des informellen Lernens bei der berufsorientierten
Kompetenzfeststellung für benachteiligte Jugendliche. München: Deutsches
Jugendinstitut e.V.
Seidel,
S. Bretschneid, M. Kimmig, T. Ness, H. A. & Noeres, K. (2008). Stand der
Anerkennung non-formalen und informellen Lernens in Deutschland. Bonn, Berlin:
Bundesministerium für Bildung & Forschung (BMBF).
